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Alb-Fils-Kliniken Kreis Göppingen Helfensteinklinik Geislingen: Stationärer Betrieb und OP-Säle sollen geschlossen werden

(NWZ Göppingen 10. September 2020, 13:30 Uhr, Kreis Göppingen; von Dirk Hülser)

 

PRESSEECHO:

Alb-Fils-Kliniken Kreis Göppingen Helfensteinklinik Geislingen: Stationärer Betrieb und OP-Säle sollen geschlossen werden

Im November soll der Kreistag über ein neues Konzept abstimmen: Die stationäre Versorgung soll, in der Göppinger Klinik am Eichert zentralisiert werden, in Geislingen soll ein Gesundheitscampus entstehen.

 

Die Überschrift der Pressemitteilung, die am Donnerstagmittag versendet wurde, macht noch nicht deutlich, dass der Inhalt hochbrisant ist: „Alb-Fils-Kliniken mit neuem Zukunfts- und Standortkonzept“. Doch nun ist klar: Der Landkreis Göppingen will die Geislinger Helfensteinklinik in ihrer bisherigen Form nicht weiter betreiben. Es soll künftig keine stationäre Aufnahme mehr geben und auch nicht mehr operiert werden. All dies werde in Göppingen zentralisiert. Im November soll der Kreistag über das Konzept abstimmen, bereits am 2. Oktober gibt es eine Sondersitzung.

„Wenn wir auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten den Bürgerinnen und Bürgern eine Krankenversorgung auf höchstem medizinischem Niveau bieten wollen, müssen wir jetzt über umfassende Veränderungen reden – Veränderungen, die insbesondere auf die Helfensteinklinik zukommen werden“, wird Landrat Edgar Wolff in der Mitteilung zitiert.

Das von einer Führungsgruppe erarbeitete Zielkonzept sehe eine Zentralisierung der stationären Versorgung in der Klinik am Eichert vor. In Geislingen werde ein Gesundheitscampus entstehen, der die heutigen Angebote im bestehenden Ärztehaus und im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) an der Helfenstein Klinik deutlich erweitert. Schon heute arbeiteten dort niedergelassene Ärzte nahezu aller Fachrichtungen, Physiotherapeuten und andere medizinische Dienstleister im ambulanten Sektor.

Der Gesundheitscampus ergänze darüber hinaus das medizinische Portfolio mit einer umfassenden Notfallversorgung, einer stationären Kurzliegerstation, einer voll ausgestatteten klinischen Notaufnahme mit Überwachungsmöglichkeiten sowie einer Palliativeinheit. Somit entstehe ein umfangreiches medizinisches Angebot mit wohnortnaher Gesundheitsversorgung für die Geislinger Bevölkerung.

„Wir wollen den Standort Geislingen zukunftsfähig weiterentwickeln und etwas beständiges Neues schaffen. Wichtig ist mir, dass der Geislinger Standort ein wesentlicher Bestandteil der Gesundheitsversorgung im Landkreis bleibt“, sagte Landrat Wolff.

 

Die Linke protestiert

Auch Linken-Kreisrat Christian Stähle wandte sich am Mittag mit einer Pressemitteilung an die Öffentlichkeit. „Heute Spätvormittag wurde ich von mehreren sicheren Quellen informiert, dass die Helfensteinklinik in Geislingen geschlossen werden soll“, schreibt er. „Dass Geschäftsleitung und Aufsichtsrat einen bestimmten Zeitpunkt planen dies öffentlich zu machen ist nachzuvollziehen. Dass aber ausgerechnet die sonst so lautstarken Landtagsabgeordneten Binder (SPD) und Razavi (CDU), die seit geraumer Zeit vorinformiert waren, geschwiegen haben ist ein Armutszeugnis“, findet Stähle.

Er kündigt an: „Es müssten schon schwerwiegendste Gründe existieren, Die Linke im Kreistag für eine Schließung gewinnen zu können. Die hervorragende Qualität der Alb Fils Kliniken muss in Geislingen, durch die Helfenstein Klink, für die Bürger_innen erhalten bleiben.“