Nachrichten aus dem Landesverband
So teuer ist Wohnen in Mannheim
Der Mietspiegel für 2027 ist gegenüber dem für 2025/26 um 6,1 Prozent gestiegen – und damit fast doppelt so stark wie die allgemeine Inflation. Die ortsübliche Vergleichsmiete liegt laut Mietspiegel bei 9,75 Euro pro Quadratmeter. Eine Vergleichsrechnung des Mannheimer Morgens kommt unter Berücksichtigung verschiedener möglicher Zuschläge, die Vermieter*innen erheben können, bereits auf mehr als zehn Euro pro Quadratmeter. Betriebskosten, etwa für Wasser, Müll und Grundsteuer, sind darin noch nicht enthalten.
Kreissprecherin Anna Roth erklärt dazu: „Wenn allein für Miete und Betriebskosten bereits mehr als zehn Euro pro Quadratmeter anfallen und Strom, Internet und Heizung noch hinzukommen, wird Wohnen für viele Menschen in Mannheim zunehmend unbezahlbar.“
Kreissprecher Philipp Fränkle ergänzt: „Dass die Mietpreisbremse in Mannheim weggefallen ist, war von Anfang an ein Fehler. Jetzt tritt genau das ein, wovor Die Linke und Sozialverbände gewarnt haben. Ab dem kommenden Jahr soll die Mietpreisbremse wieder gelten. Für viele Mieter*innen hat sich die Situation bis dahin jedoch bereits deutlich verschlechtert.“
Kritiker*innen bezeichnen den Mietspiegel auch als „Mieterhöhungsspiegel“. Auch der Mieterverein bemängelt, dass bei der Erhebung nicht überprüft wird, ob die bei Neuvermietungen vereinbarten Mieten die Grenzen der Mietpreisbremse oder anderer Kontrollinstrumente überschreiten. Dadurch besteht die Gefahr, dass auch überhöhte Mieten in die Berechnung des Mietspiegels einfließen.
Gökay Akbulut, Mitglied des Deutschen Bundestages, erklärt: „Wohnen ist ein Menschenrecht. Schon vor dem Wegfall der Mietpreisbremse waren die Mieten in Mannheim für viele Menschen existenzbedrohend. Ihre Wiedereinführung ist zwar richtig aber letztlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Wir brauchen mehr Wohnungen in öffentlicher Hand, die dauerhaft bezahlbar bleiben und der Profitlogik des Wohnungsmarktes entzogen werden. Denn mit einem menschlichen Grundbedürfnis darf kein Profit gemacht werden.“
