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77 Jahre danach: Die Erben der Täter MÜSSEN, die der Opfer SOLLTEN aus der Vergangenheit lernen

Das alljährliche Zusammenkommen am Synagogenplatz in Göppingen, zum Gedenken nicht nur an die Pogromnacht im Jahr 1938, sondern an den verübten Mord an sechs Millionen Juden, ist ein unverzichtbarer Termin.

 

KREISVERBAND GÖPPINGEN & GEISLINGEN

PRESSEMITTEILUNG:

 

77 Jahre danach:

Die Erben der Täter MÜSSEN, die der Opfer SOLLTEN aus der Vergangenheit lernen  

Das alljährliche Zusammenkommen am Synagogenplatz in Göppingen, zum Gedenken nicht nur an die Pogromnacht im Jahr 1938, sondern an den verübten Mord an sechs Millionen Juden, ist ein unverzichtbarer Termin. Denn er dient der Erinnerung an die Schrecken des dunkelsten Kapitels der deutschen Geschichte und das unbeschreibliche Leid, dass über Jüdinnen und Juden in Deutschland, Europa und der Welt gebracht wurde.

Nur etwa die Hälfte dieser Opfer ist tatsächlich namentlich bekannt. Von den übrigen wissen wir wenig bis gar nichts. Ihre Auslöschung war vollständig – so unvorstellbar es ist, dies genauso auszusprechen.

Hinter jeder einzelnen Zahl der Getöteten steht ein Name und damit ein Mensch – mit einer eigenen Geschichte, mit Hoffnungen, Träumen, Plänen und Sehnsüchten. Ein Mensch, der Opfer von Willkür, Gewalt und Mord wurde. An diesen Terror zu erinnern, das begreifen wir als unsere immerwährende Verantwortung, und zwar eine, um unsere Zukunft gestalten zu können.

Hinter jedem Vertriebenen, der gerade in Deutschland ankommt, steht auch ein Mensch, dass sollten Wir NICHT VERGESSEN!

Deshalb muss gerade heute klar sein: Keine brennenden Asylheim mehr in unserem Land!                                                                                                                   

Die Verantwortung aus der Vergangenheit zu tragen, gilt natürlich auch Israel gegenüber. Gerade wir Deutschen sollten heute, an einem Tag wo wir auch auf den Fall der Mauer zwischen beiden Deutschen Staaten vor 26 Jahren blicken, der Israelischen Regierung zurufen:

Ja wir sind die Erben der Täter und wir schämen uns. Wir MÜSSEN aus der Geschichte lernen!

Aber auch die Erben der Opfer KÖNNEN aus den unsäglichen Gräueln der Geschichte lernen.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Januar 1933 begann die systematische Ausgrenzung und Verfolgung von Juden, politisch Andersdenkenden, Homosexuellen, Sinti & Roma und anderen so genannten Minderheiten. Einen ersten, aber nur vorläufigen Höhepunkt fand diese Verfolgung in der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938.

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges folgte die weitere systematische Gettoisierung, Vertreibung, Zwangsarbeit und Ermordung von Millionen von Menschen in den besetzten Gebieten, Gaskammern und Todeslagern, es folgte die Shoah. Sie ist der Zivilisationsbruch in der Geschichte unseres Landes, Europas und der Welt.

Dieser Zivilisationsbruch darf in Europa nicht mehr geschehen!

Umso wichtiger ist es, dass unser Land – in Ost und West nach 1945 zunächst sehr unterschiedlich, im Grunde viel zu zögerlich, aber nach der Wiedervereinigung 1990 dann endlich gemeinsam in ganz Deutschland – die Erinnerung an das Geschehene als Aufgabe für die Zukunft angenommen hat.

Dazu gehört auch, dass wir gerade am 9. November 2015,

  • 77 Jahre nach der Reichskristallnacht,
  • 26 Jahre nach dem Mauerfall
  • und an einem weiteren Montag von PEGIDA Demonstrationen,

uns der Erinnerungskultur stellen und deshalb für unsere Zukunft in der Gegenwart verantwortungsvoll handeln!

2015 - und es gibt noch viel zu tun. Dies gilt besonders im Hinblick auf die junge Generation.

Wir MÜSSEN Konsequenzen daraus ziehen und nicht schweigen gegen PEGIDA und ihre Wasserträger in der Gesellschaft und Teilen der Union.

Und wir müssen unseren Freunden in Israel sagen: Stoppt die Politik Eurer Regierung!

 

         Thomas Edtmaier
           1. Vorsitzender    


           Christian Stähle
          Kreis- & Stadtrat   


           Reinhard Basler
    Vorstandssprecher Antifa
Sprecher VVN-BdA - Göppingen

 

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