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Absage an Gemeinschaftsschule in Ursenwang

IM GÖPPINGER GEMEINDERAT

PRESSEECHO:
Absage an Gemeinschaftsschule in Ursenwang (Artikel SüdwestPresse/NWZ 19.10.2012)

Es war eine lange Debatte, an deren Ende ein klares Ergebnis stand: Der Göppinger Gemeinderat hat sich am Donnerstag gegen die Umwandlung der Ursenwangschule zur Gemeinschaftsschule ausgesprochen.

Das Staatliche Schulamt argumentierte vor allem mit dem Rückgang der Schülerzahlen. Die Göppinger Stadträte von CDU, FDP/FW, Freien Wählern und Bürgerallianz (BAG) sahen vor allem im Standort das große Problem: Gegen die Stimmen von SPD, Grünen und Linkspartei hat der Gemeinderat beschlossen, den Wunsch der Ursenwangschule, zum Start des Schuljahrs 2013/2014 zur Gemeinschaftsschule zu werden, vorerst nicht zu unterstützen. Die Entscheidung, die mit 23 zu 14 Stimmen klarer ausfiel, als von manchem erwartet, bedeutet: Die Stadt als Schulträger wird in Stuttgart keinen Antrag auf Einrichtung einer Gemeinschaftsschule stellen. Damit wird es in Göppingen den neuen Schultyp bis auf weiteres nicht geben. Frühestens zum Schuljahr 2014/2015 könnte sich die Lage ändern: Vor wenigen Tagen hat die Göppinger Albert-Schweitzer-Schule ihr Interesse am neuen Schultyp im Rathaus angemeldet. Darüber sollen jetzt Gespräche geführt werden.

In der mehrstündigen, kontroversen Debatte im Gemeinderat wurden alle Argumente für und wider eine Gemeinschaftsschule in Ursenwang noch einmal ausführlich vorgetragen. Dr. Helmut Dees (SPD) hatte in Erwartung einer ideologisch gefärbten Bildungsdebatte darauf hingewiesen, dass es um eine Göppinger Sachfrage und nicht um Landespolitik gehe. Dees hielt wie die gesamte SPD-Fraktion den Antrag aus Ursenwang "für gut begründet". Die Gemeinschaftsschule, so der frühere Leiter des Göppinger Freihof-Gymnasiums, bedeute "weder den Untergang des Abendlands, noch des Gymnasiums".

CDU-Fraktionschef Felix Gerber unterliefen in seiner Rede zwar gleich mehrere inhaltliche Fehler, dennoch blieb Gerber bei seinem Nein. Eine Gemeinschaftsschule gehöre in die Stadtmitte und nicht in eine Randlage. Gerber wies auch auf den finanziellen Kraftakt für die Stadt hin und machte auf die noch fehlenden Bildungspläne für Gemeinschaftsschulen aufmerksam. Der richtige Zeitpunkt sei noch nicht gekommen, betonte Gerber. Christian Stähle (Linke) warnte dagegen vor einer "rückwärtsgewandten Entscheidung". Magdalene Lutz-Rolf (Grüne) konnte die Skepsis der bürgerlichen Mehrheit nicht nachvollziehen. Schließlich sei der Stadtbezirk Holzheim, zu dem Ursenwang gehört, der zweitgrößte in Göppingen. Deshalb könne sie die Sorge vor einem zu kleinen Einzugsgebiet der Schule nicht teilen. Barbara Schrade (Grüne) hatte kein Verständnis dafür, "dass die Bemühungen der Ursenwangschule ausgebremst werden".

Susanne Weiß (FDP/FW) warnte vor einem "Schnellschuss". Und Schulamtsleiter Hans-Jörg Polzer schaltete sich noch einmal in die Diskussion ein und betonte, es sei Ziel der Schulbehörde, die Stadt so zu beraten, "dass sie eine realistische Entscheidung treffen kann". Die Zukunft der Schulen werde zweizügig sein, "weil die Schülerzahlen nicht mehr da sind".

Oberbürgermeister Guido Till, der am Ende ebenfalls gegen eine Gemeinschaftsschule in Ursenwang - und damit gegen die von ihm unterzeichnete Beschlussvorlage der Verwaltung - stimmte, sprach von einer "gesamtstädtischen Problematik". Es gebe für ihn "viele Faktoren, die noch nicht geklärt sind". Till bedauerte den von der Landesregierung forcierten Niedergang der Werkrealschulen. Die Stadt müsse nun zunächst ein Gesamtkonzept erarbeiten. Die Vertreter der Ursenwangschule reagierten am Donnerstag enttäuscht.

         Christian Stähle
                Stadtrat

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