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Diskussionen über Göppinger City-Ein Querulant für jede Stadt!

(Stuttgarter Zeitung, 30.6.2017 von Karen Schnebeck)


PRESSEECHO:

Diskussionen über Göppinger City-Ein Querulant für jede Stadt!

(Stuttgarter Zeitung, 30.6.2017 von  Karen Schnebeck)

Sie mögen den Finger in jede noch so kleine Wunde legen – dennoch lohnt es sich oft, Nörglern und Querulanten Gehör zu schenken, findet Karen Schnebeck.

Mehr Gelassenheit im Umgang mit Querdenkern würde der Stadt gut tun, findet Karen Schnebeck. Foto: Thiel  
Mehr Gelassenheit im Umgang mit Querdenkern würde der Stadt guttun, findet Karen Schnebeck. Foto: Thiel

Göppingen- Viele dürften sich noch an den Remstalrebellen Helmut Palmer erinnern. Zu seiner Zeit hat sich der Obstbauexperte und selbst ernannte Protestpolitiker nicht nur in fremde Obstgärten geschlichen, um falsch geschnittene Apfelbäume zu retten. Er hat vor allem so ziemlich jeden Behördenvertreter, der seinen Weg kreuzte, so ausgiebig beleidigt, dass er es im Lauf seines Lebens auf 423 Tage Gefängnis brachte.

Palmer war ein Querulant. Er war unbequem. Aber er hat auch inspiriert. Früher wurde er gehasst, heute wird er von vielen als aufrechter Bürger und schwäbisches Original verklärt. Wie man wohl eines Tages über die Querulanten von heute denkt?

In Göppingen geht –neben dem fast schon berüchtigten Linken-Stadtrat Christian Stähle – der Lehrer Heiko Stobinski so manchen Politikern und Würdenträgern mit Leserbriefen in der Lokalzeitung und Analysen in seinem Blog auf die Nerven. Doch bisher ist der vergleichsweise zurückhaltende Analytiker Stobinski damit deutlich weniger populär, als es Palmer war und Stähle ist. Denn Palmer punktete mit seiner derben Eloquenz und Stähle macht seine Emotionalität menschlich glaubwürdig.

Dennoch: Palmers Devise lautete Einmischen. Und eine Demokratie braucht solche unbequemen Menschen, die sich nicht mit dem Gegebenen abfinden, auch die Stobinskis dieser Welt.Querulanten mögen zwar über das Ziel hinausschießen. Aber dafür haben sie neue Ideen, und sie wagen es, querzudenken. Für dieses Korrektiv lohnt es sich, die Größe aufzubringen, die ein oder andere Beleidigung zu überhören und sich auf das Inhaltliche zu konzentrieren. Das Internet bietet Querdenkern heute auch viel mehr Möglichkeiten, sich zu äußern. Allerdings: wenn die Zuhörer fehlen, nützt das wenig. Und in Göppingen? Da belässt man es leider bei einem genervten Kopfschütteln.


DIESER ARTIKEL STEHT IN ZUSAMMENHANG MIT:

 

Diskussionen über Göppinger CityEin Blog gegen „Abriss-Orgien“ und „Sprachlosigkeit“

(Stuttgarter Zeitung, 30.6.2017 von  Karen Schnebeck)

[... Der CDU-Chef Felix Gerber drückt es so aus: „Wenn irgendwo Stobinski drunter steht, lese ich das gar nicht mehr.“ Der 43-Jährige habe vielleicht mit manchem Recht, „aber ich lehne seine Schuldzuweisungen ab.“ Da würde er sogar lieber „mit dem Stähle ein Bier trinken gehen. “ Nicht nur dem Konservativen ist der Vorzeige-Querulant der Linken im Gemeinderat lieber als der Bürger, der sich für die Erhaltung der Innenstadt engagiert. ...]  

Link zum ganzen Artikel: www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.diskussionen-ueber-goeppinger-city-ein-blog-gegen-abriss-orgien-und-sprachlosigkeit.4a518dfc-d18e-4762-8d6d-c82e332f69c7.html


Göppingen, den 30. Juni 2017

            René Niess
Medienpolitischer Sprecher des KV 

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