Frust und Freude in Bad Ditzenbach
3.2.2015 Geislinger Zeitung/NWZ/Südwestpresse
PRESSEECHO:
Frust und Freude in Bad Ditzenbach
(3.2.2015 Geislinger Zeitung/NWZ/Südwestpresse)
Nach der Wahl am Sonntag formiert sich ein Spitzentrio im Rennen um den Bürgermeisterposten im Ditzenbacher Rathaus. Spannend bleibt die Frage: Wirft Gauger das Handtuch und wer profitiert davon?
Auch wenn noch kein Bürgermeister gefunden worden ist - zwei Erkenntnisse hat die Wahl am Sonntag in Bad Ditzenbach gebracht: Die Ditzenbacher, Gosbacher und Auendorfer wollen keinen "Reing'schmeckten" als neuen Schultes, sondern einen aus der Region. Und es soll einer sein, der vom Fach ist und was von Verwaltung versteht. .....
.....Man muss damit kein Prophet sein, dass beim entscheidenden Wahlgang am 22. Februar die Kandidaten Frank Ansorge, Herbert Juhn und Manuela Raichle das Rennen unter sich ausmachen werden. .....
.....Frank Ansorge liegt derzeit mit komfortablen 38,0 Prozent vorn, sieht das aber keinesfalls als Ruhekissen: .....
.....Manuela Raichle will nochmal richtig Gas geben. Nach den enttäuschenden 8,0 Prozent im "Stimmungsbild" beim GZ-Wahlforum freut sich die Kandidatin über ihre 20,9 Prozent am Wahlsonntag und ist jetzt wieder neu motiviert. .....
.....Tief enttäuscht ist Reiner Gauger, der auf 12,1 Prozent kam. Unserer Zeitung will er kein weiteres Statement geben. "Die GEISLINGER ZEITUNG hat von Anfang an versucht, die Wahl zu beeinflussen", sagte der CDU-Kandidat gestern. Vor allem die Umfrage beim GZ-Forum und deren Veröffentlichung hält Gauger für eine Wahlmanipulation. Das habe nichts mit einer neutralen Berichterstattung zu tun. Ob er am 22. Februar zur Stichwahl antritt, will er der GZ nicht mitteilen. "Das sage ich morgen dem Leiter des Wahlausschusses." Weit weniger schmollend gab sich der 52-Jährige gegenüber unserer Partnerzeitung in seiner Heimatgemeinde, der Gaildorfer Rundschau. .....
.....Christian Stähle hat es dagegen Spaß gemacht, "hier zu kandidieren und den Kontakt mit den Menschen zu pflegen. Dadurch werden Vorurteile abgebaut. Viele haben ein ganz anderes Bild von mir erhalten." Stähle hatte schon am Wahlabend seine Kandidatur zurückgezogen. Weitere Bewerbungen bei einer Bürgermeisterwahl schließt er aus. Etwa in Birenbach, wenn Frank Ansorge am 22. Februar in Bad Ditzenbach gewinnen würde: "Ich will nicht dem Vater von Boris Palmer nacheifern." Als Stadt- und Kreisrat habe er genug zu tun. Und die Genossen in Göppingen sagen: "Wenigstens bleibst du uns jetzt erhalten." Stähle versichert, dass er die Wahl nicht nur zum Verteilen von Prospekten der Linken genutzt habe: "Ich wollte wirklich Bürgermeister werden." Wenn die Linken sogar Länder regieren könnten, werde es Zeit, dass die Linkspartei auch im Westen irgendwann eine Kommune führt. "Wir müssen raus aus der Schmuddelecke." .....
.....Weit mehr erhofft als die 18 Stimmen, die er bekam, hat sich Oliver Taschowsky. "Es ist schon enttäuschend, zumal ich ein gutes Feedback gehabt habe." Der erste Wahlgang habe deutlich gezeigt, dass die Bad Ditzenbacher einen Verwaltungsmenschen wollen, der aus der Region komme. Der 42-jährige Taschowsky zieht daraus die Konsequenz und wird zur Stichwahl nicht mehr antreten.
Es bleibt also weiter spannend in Bad Ditzenbach. Spätestens morgen Abend wird man wissen, wer von den sieben Kandidaten weiter macht oder ob sich mancher die Verlängerung lieber nicht mehr antut. Sollte CDU-Kandidat Gauger das Handtuch werfen, stellt sich die Frage: Wer profitiert davon? Gibt Gauger eventuell eine Wahlempfehlung ab? Wirft vielleicht sogar ein neuer Bewerber seinen Hut in den Ring? In Amstetten gab's das ja schon mal. 1995 trat ein Jochen Grothe erst zum zweiten Wahlgang an - und wurde prompt zum Schultes gewählt.
Drei Wochen bleiben den Kandidaten noch. Eine lange Zeit, in der sich viel bewegen kann. Eines sollte sich aber auf jeden Fall bewegen: das Wählervolk. .....
Göppingen, den 3.2.2015
Christian Stähle (KrR/StR)
