"Gegen unsoziale Hartz IV- Gesetze"
| Ortstermin mit Sabine Rösch-Dammenmiller (Die Linke) beim Geislinger Tafelladen | ||||
| Ortstermin Carisatt-Laden: Bedürftige erhalten hier für wenig Geld Lebensmittel. Der Tafelladen ist für Sabine Rösch-Dammenmiller von der Linken "ein Synonym für die unsozialen Hartz-IV-Gesetze". RODERICH SCHMAUZ GeislingenZweimal pro Woche öffnet der Carisatt-Laden in der Überkinger Straße in Geislingen, betrieben von ehrenamtlichen Helfern der Caritas. In den Regalen liegen Lebensmittel kurz vor dem Verfallsdatum, gespendet von Märkten. Wer sich als sozial schwach ausweisen kann, darf hier einkaufen. Für Centbeträge gibt es Grundnahrungsmittel - solange der Vorrat reicht. Viele Geislinger sind auf diese Einkaufsmöglichkeit angewiesen. Sabine Rösch-Dammenmiller, die Bundestagskandidatin der Linken im Kreis Göppingen, hat natürlich nichts gegen Tafelläden. Dass sie so notwendig sind, findet sie aber traurig. Rösch-Dammenmiller sieht darin eine direkte Folge der Hartz-IV-Gesetze. Gemäß ihnen bekommen Arbeitslose nach einem Jahr in der Regel noch 359 Euro pro Monat. "Das ist sehr wenig Geld, oft schämen sich die Betroffenen, werden aber auch noch mit Sanktionen belegt", empört sich Rösch-Dammenmiller. Dann der Wust an Bürokratie, komplizierte Anträge. "Den Betroffenen wird oft nicht mal gesagt, was ihnen zusteht, die Berater sind überlastet," so die Erfahrung der Kandidatin. Und das ärgert sie außerdem: "Man tut so, als betreffe das eine Randgruppe, obwohl Millionen Arbeitnehmer nur zwölf Monate vor Hartz IV stehen." Als Sofortmaßnahme Hartz-IV auf 500 Euro erhöhen, und diese Gesetze so bald wie möglich ganz abschaffen, das schreibt sich Rösch-Dammenmiller als politisches Ziel auf die Fahnen. Eigentlich müsse man aber tiefer und früher ansetzen, fordert Rösch-Dammenmiller: Ärmere Menschen hätten nachweislich nicht die gleichen Bildungschancen wie besser Betuchte und kämen schon deswegen oft nicht aus ihrem sozialen Milieu heraus. Ginge es nach der Linken-Politikerin, hätte sie in der Wirtschaftskrise nicht mit Milliarden Euro Banken gestützt, sondern das Geld für Zukunftsinvestitionen ausgegeben, um Arbeitsplätze zu schaffen, Menschen in Arbeit zu bringen. Sie will, dass der Staat sich viel mehr um die soziale Integration kümmert als bisher. Nach Ansicht der Bundestagskandidatin sind die letzten Bundesregierungen mit ihrer Wirtschaftspolitik kläglich gescheitert: "Jahrelang wurde Politik für Großkonzerne gemacht, um so Arbeitsplätze zu sichern. Wozu hat das geführt? Zu Lohndumping und Entlassungen", so fällt ihr Fazit. Demgegenüber befürwortet sie nachdrücklich eine Reichensteuer für Millionäre. Im übrigen kontert Rösch-Dammenmiller die Stammtischparole, dass manche Sozialhilfeempfänger mehr Geld vom Staat bekämen als mancher Berufstätige verdiene, so: "Wenn es so ist, liegt das nicht an zu hohen Sozialleistungen, sondern an viel zu niedrigen Löhnen." | ||||
| Erscheinungsdatum: Mittwoch 16.09.2009 Quelle: http://www.suedwest-aktiv.de/ | ||||
