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Kommentar zum OB-Wahlkampf: Zu viele Brüche



PRESSEECHO:

Kommentar zum OB-Wahlkampf:

Zu viele Brüche
Stuttgarter Zeitung Eberhard Wein

Göppingen 

Für Christian Stähle hätten es wunderbare Wahlkampfwochen werden können. Während SPD und Grüne in die Bedeutungslosigkeit abtauchen, hätte sich der bekennende Sozialist bis zur Wahl am 14. Oktober als einzige Alternative von politischem Format zum Oberbürgermeister Guido Till präsentieren können.

Ein linker Einzelstadtrat als Oppositionsführer? Weil SPD und Grüne nun doch eigene Kandidaten präsentiert haben, bleibt ihnen zumindest dieses unwürdige Szenario erspart. Ob ihre Personalauswahl allerdings für mehr taugt, muss vor allem bei der SPD bezweifelt werden. Stefan Sünwoldt geht mit der Hypothek ins Rennen, in der holsteinischen Kleinstadt Kaltenkirchen nach sechs Jahren und vielen Querelen aus dem Amt gejagt worden zu sein. Gewiss: auch Till konnte bei seiner Wahl vor acht Jahren keinen Lebenslauf ohne Brüche vorweisen. Doch stellt sich die Frage, ob ein Mann, der mit Stadtverordneten in der norddeutschen Heide nicht zurechtkommt, dem als schwierig bekannten Göppinger Gemeinderat gewachsen wäre.

So könnte der Grünen-Fraktionschef Christoph Weber zum eigentlichen Herausforderer für Till avancieren. Von der Persönlichkeit her ist er der radikale Gegenentwurf: sehr engagiert, aber selten verletzend, vor allem aber wohltuend uneitel. Was Weber fehlt, ist Führungserfahrung – und eine ausgeprägte Wechselstimmung. Mögen Tills Erfolge in den vergangenen acht Jahren auch signifikant hinter der eigenen Wahrnehmung zurückgeblieben sein, für die Wahl am 14. Oktober bleibt der Amtsinhaber der große Favorit.

 

Göppingen, den 5. September 2012

           Andreas Scheffel
           Ortsvorsitzender

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