Kreisvorsitzender Christian Stähle: Zu lange weggesehen
(Geislinger Zeitung/NWZ Sa.18.6.2016
PRESSEECHO:
GASTKOMMENTAR: Kreisvorsitzender Christian Stähle: Zu lange weggesehen
(Geislinger Zeitung/NWZ Sa.18.6.2016)
"Wir haben Herrn Schrag seit zwei Jahren nicht gesehen und gesprochen. An Einladungen hat es unsererseits nicht gefehlt", schreibt Christian Stähle, Kreisvorsitzender "Die Linke" in seinem Gastkommentar. Was er noch denkt:
Linke Politik betreiben in Geislingen viele – oder nehmen es zumindest für sich in Anspruch, so wie in Göppingen auch. Ob Gewerkschaften, Kirchen, freie Träger, Migrantenvereine – die Reihe ist sicherlich in Geislingen so lang wie in Göppingen und anderswo. Auch Holger Schrags Herz schlägt links – das sprechen wir ihm gar nicht ab. Allerdings hat Herr Schrag nicht – wie bei der vorletzten Wahl – für das Junge Geislingen kandidiert, sondern auf der Liste der Partei Die Linke. „Wer zahlt, schafft an“, gilt nicht in der Zusammenarbeit zwischen Partei und Mandatsträger. Es gibt kein imperatives Mandat.
Aber wer für Die Linke im Geislinger Stadtrat sitzt, sollte auch als Parteiloser zumindest Kontakt mit der Kreispartei halten. „Aus Mangel an Politik“ titelte am Freitag die GEISLINGER ZEITUNG. Das können wir gar nicht bewerten, da wir Herrn Schrag seit zwei Jahren nicht gesehen und gesprochen haben. An Einladungen hat es unsererseits nicht gefehlt. In der GZ werde ich zitiert: „Wir hören von Herrn Schrag gar nichts.“ So bezieht sich das vorrangig auf die Tatsache, dass es keine Zusammenarbeit gibt. Aber Die Linke möchte wenigstens, wenn sie zu einer Wahl in einer Stadt antritt, über die Finanzierung des Wahlkampfs hinaus beim Erringen eines Mandats als Partei im Ansatz wahrgenommen werden. Dass der gewählte Vertreter, auch wenn er parteilos ist, wenigstens die Partei kommunal auf dem Laufenden hält, über seine Arbeit berichtet und die Eckpfeiler des Programms der Partei umsetzt. Es ist in Ordnung, wenn jemand das nicht will – aber dann bitte bei den Freien Wählern!
Diese Schieflage liegt allerdings auch daran, dass es der Linken in Geislingen nicht gelungen ist, ihre Flügel zu einer einheitlichen Schlagkraft zu bündeln. Es liegt also ganz sicher nicht nur an Holger Schrag alleine, dass in Geislingen weder Die Linke an sich, noch im Stadtrat wirklich sichtbar wird. Wir, die Kreispartei und ihr Vorstand, haben hier ganz sicher auch versagt, indem wir zu lange weggesehen haben. Diesen Zustand können wir den Wählern nicht länger zumuten. Wir müssen uns in Geislingen neu aufstellen zur Kommunalwahl 2019. Deshalb ist diese Entscheidung ein Startsignal für mehr Politik der Partei Die Linke und nicht ein einfordern mehr linker Politik in Geislingen oder bei Stadtrat Schrag. Wir wünschen ihm und uns einen guten Neuanfang zum Wohl eines pluralistischen, demokratischen Geislingen, in der Die Linke hoffentlich wieder eine gestaltende Kraft bildet.
Göppingen & Geislingen, den 21. Juni 2016
Mit freundlichem Gruß
René Niess
Medienpolitischer Sprecher
