Linke im Kreis bedauern Gysis Rückzug
9.6.2015 Geislinger Zeitung - NWZ - SüdwestPresse
PRESSEECHO:
Linke im Kreis bedauern Gysis Rückzug
(9.6.2015 Geislinger Zeitung - NWZ - SüdwestPresse)
Kreis Göppingen
Gregor Gysi wird nicht mehr als Fraktionschef der Partei im Bundestag antreten. Die Linken im Kreis Göppingen sehen das mit Unbehagen.
Ab Herbst ist Schluss für Gregor Gysi - nicht als Bundestagsabgeordneter der Linken, aber als Fraktionschef. Der Kreisverband Göppingen und Geislingen bedauert diesen Entschluss.
"Vor Gründung der Linken war ich Mitglied der PDS. So spielte für mich Gregor Gysi stets eine prägende Rolle", sagt der Kreis- und Göppinger Stadtrat Christian Stähle. Gysi sei ihm stets ein wichtiger Berater und politischer Freund gewesen. "Seine Abschiedsrede am Sonntag hat mich emotional tief berührt. Dies war der erste Parteitag seit vielen Jahren, an dem ich nicht persönlich anwesend sein konnte, was ich zumindest aus diesem Grund sehr bedaure." Stähle sieht den großen Verdienst Gysis darin, die Linken in ganz Deutschland als politische Kraft etabliert zu haben. Der 67-Jährige hatte seinen Rücktritt damit begründet, den Vorsitz in jüngere Hände legen zu wollen.
Thomas Edtmaier, Kreisvorsitzender und Delegierter des Landesverbands zum Bundesparteitag, ergänzt: "Mir wäre lieber gewesen, Gregor Gysi hätte diese Entscheidung erst zum folgenden Parteitag mitgeteilt - nicht nur aus politischen Erwägungen, sondern auch aus persönlichen Gründen." Der Entschluss Gysis hatte Edtmaier an seinem 50. Geburtstag überrascht.
Phillipp Siemer, jugendpolitischer Sprecher des Kreisvorstands, zollt dem 67-Jährigen indes Respekt: "Gregor Gysi hat für unsere Partei den richtigen Zeitpunkt gewählt. Es geht nicht ums Abtreten, sondern darum, rechtzeitig in die zweite Reihe zu treten, um Jüngeren das Steuer zu übergeben. Ohne Gregor Gysi wird es nicht leichter für unsere Partei, aber auf dem Fundament, das er an uns weitergibt, können wir weiterbauen."
Göppingen, den 09.06.2015
René Niess
Medienbeauftragter
