NWZ: Nahostkonflikt beschäftigt
Inge Höger, Bundestagsabgeordnete der Partei "Die Linke", sprach am Dienstagabend (31.08) vor 30 interessierten Göppingern. Die anschließende Fragerunde mit Diskussion erhitzte die Gemüter.
Die Diskussionsrunde zum Thema "Schluss mit der Blockade von Gaza - Freiheit für Palästina" lockte am Dienstagabend etwa 30 Interessenten in die Vereinsgaststätte des TV Jahn. Zu Gast war die Bundestagsabgeordnete der Partei "Die Linke", Inge Höger. Im Mai war sie mit an Bord des Schiffes, das die Blockade des Gazastreifens durchbrechen wollte. Jedoch wurde die Gruppe bei ihrem Versuch, humanitäre Hilfsgüter in das Krisengebiet zu liefern, von der israelischen Armee angegriffen. Neun Menschen starben auf dem Schiff.
Nach einer Begrüßung von Christian Stähle, dem Göppinger Kreisvorsitzenden der Linken, der selbst bereits im Krisengebiet war, berichtete Höger ausführlich von ihren Erlebnissen. Sie legte dabei auch anhand von Landkarten dar, dass der Staat Israel keine Grenzen habe und diese somit ständig ausweiten könne.
Sie selbst beschrieb die Reise als Friedensreise: "Es kommen kaum wichtige Güter bis in den Gaza-Streifen. Die Menschen dort können keinen Export betreiben, sie haben keine Möglichkeiten", debattierte Höger. Weiterhin formulierte sie die Ziele ihrer Teilnahme an der Free-Gaza-Flotille: "Wir hatten die Idee, die Hilfsgüter mit unserer Anwesenheit zu beschützen. Es hatte den Charakter einer öffentlichen Demonstration", so die Abgeordnete. Auf diesem Weg sollte die Allgemeinheit besser über die katastrophale Situation der Menschen in Gaza aufgeklärt werden und die Besetzung des Gebietes durch Israel verurteilt werden.
"Die Armee hat uns angegriffen, die Leute wurden gezielt getötet", berichtete Höger. Ihrer Meinung nach wollte Israel an den Helfern ein Exempel statuieren und andere Projekte unterbinden. Zudem sei nach der Festnahme von Seiten Israels der Vorwurf laut geworden, sie hätten das Land unerlaubt betreten: "Wir hatten uns in internationalen Gewässern aufgehalten und waren somit nicht schuldig", beteuerte die Abgeordnete. Ihr war es wichtig, schnell wieder zurückkehren zu können, um so den Medien von den Ereignissen berichten zu können. "Es war für uns von großer Bedeutung, dass auch die deutschen Fraktionen Israel dafür verurteilt haben", berichtete Höger.
Bei der anschließenden Fragerunde mit Diskussion zeigte sich deutlich das Interesse der Göppinger für dieses Thema. Neben zahlreichen Wortmeldungen und Fragen zu den Erlebnissen Högers war auch Kritik an ihrer aktivistischen Gesinnung und der Zusammenarbeit mit der umstrittenen türkischen IHH zu vernehmen.
Christian Stähle moderierte den Abend und musste einige Male für Ruhe im Saal sorgen. Unter den Besuchern waren auch Palästinenser sowie Israel-Sympathisanten, die jeweils ihre Erlebnisse und Erfahrungen von Besuchen in den Krisengebieten kundgaben. Aus den Reihen der Besucher wurde der Vorwurf laut, dass Höger nicht einmal selbst eine Lösung für den anhaltenden Konflikt wisse. Die Abgeordnete verwies dabei auf den Grundsatz, dass nichts ohne ein gewisses Maß an Verständnis funktioniere. Weder in Deutschland noch im nahen Osten.
