OB-Wahl in Göppingen - Nicht abheben

PRESSEECHO:
OB-Wahl in Göppingen - Nicht abheben (Stuttgarter Zeitung, Klaus Nonnenmacher und Eberhard Wein)
Göppingen - Für Guido Till ist es ein grandioser Sieg. Souverän hat sich der Amtsinhaber bereits im ersten Wahlgang der Göppinger Oberbürgermeisterwahl durchgesetzt. Alle Diskussionen über Mobbingvorwürfe, Ungeschicklichkeiten und seine Selbstverliebtheit haben bei den Wählern letztlich keinen Eindruck hinterlassen. Schließlich geht es bei der oft als Persönlichkeitswahl apostrophierten Bestimmung eines Oberbürgermeisters eben nicht nur um die Persönlichkeit, sondern auch um konkrete Fertigkeiten: Verwaltungskenntnis, Führungserfahrung und die Beherrschung der freien Rede sind gefragt. Da dürften viele zu der Überzeugung gelangt sein, dass eben doch nur Till die notwendigen Voraussetzungen erfüllt. Die meisten blieben allerdings gleich ganz zu Hause. Die Wahlbeteiligung lag bei unsäglichen 37,3 Prozent.
Spannend wird nun sein, wie Till nach den ersten Triumphgefühlen mit seinen politischen Gegnern umspringt. Geht er auf sie zu? Oder erwartet er, dass sie sich nach der vernichtenden Niederlage, die vor allem die SPD hat hinnehmen müssen, kleinlaut zurückziehen? Eine gewichtige Rolle kommt dabei der CDU zu. Die größte Fraktion, die den OB im Wahlkampf tatkräftig unterstützt hat, muss dafür sorgen, dass Till auf dem Boden bleibt und den Wahlsieg nicht als Aufforderung versteht, nun stur durchzuregieren. Sicher ist, dass auch die kommenden acht Jahre für Bürger, Rathausmitarbeiter und Gemeinderat anstrengend werden.
Göppingen, den 15.10.2012
Thomas Edtmaier
Kreisgeschäftsführer
