Offener Brief an den Landesbischof & Dekan
AfD-Kreisvorsitzender missbraucht ehrenamtliche Kirchenämter für Parteipolitik
Offener Brief an den Landesbischof & Dekan:
AfD Kreisvorsitzender V. Münz missbraucht ehrenamtliche Kirchenämter für AfD Parteipolitik
Sehr geehrter Herr Landesbischof July,
sehr geehrter Herr Dekan Ulmer,
ich wende mich heute an Sie, zum einen als evangelischer Christ der Württembergischen Landeskirche, sowie Diplom-Theologe, zum anderen als Kreisrat im Landkreis Göppingen, zuständig auch für Uhingen und Kreisvorsitzender der Partei DIE LINKE.
Mit Entsetzen habe ich zur Kenntnis genommen, dass in einem Leserbrief am 13.12.2016 in der SüdwestPresse/NWZ der Kreisvorsitzende der AfD Volker Münz seine kirchlichen Ehrenämter in der Württembergischen Landeskirche für seine Parteiarbeit missbraucht hat.
Auf seine widerwärtige "biblische Auslegung" bezüglich der christlichen Nächstenliebe, seine abwertenden Äußerungen bezüglich Migranten aus Afrika in Mecklenburg-Vorpommern anzusiedeln etc., möchte ich hier gar nicht im Detail eingehen. Jedes Wort hierzu wertet dieses Pamphlet nur unnötig auf!
Haarstreubend ist jedoch, dass ich auf Anfrage bei der NWZ auch noch erfahren musste, dass Herr Münz diese rechtspopulistische Weltanschaung den Bürgerinnen und Bürgern unseres Kreis mit der "Scheinlegitimation" eines wichtigen kirchlichen Vertreters, unterjubeln wollte. Er zeichnete den Leserbrief ausschließlich nur mit Evang. Kirchengemeinderat und Bezirkssynodaler Uhingen, um seine absurde, menschenverachtende Politik zu legimitieren.
Dank dem verantwortlichen Handeln der SüdwestPresse/NWZ, die zum Glück "AfD Kreisvorsitzender" bei seinem Leserbrief ergänzte, konnte der Versuch von Herrn Münz, seine kirchlichen Ehrenämter parteipolitisch zu missbrauchen, zumindest abgemildert werden.
Sehr geehrter Herr Bischof July, ich gehe davon aus, dass Sie die klare Linie Ihres Bischofskollegen Herrn Landesbischof Markus Dröge aus Berlin teilen. Bedroht und beschimpft wurde Landesbischof Markus Dröge von der AfD, als "politisch gelenkten linken Propheten" bezeichnete AfD-Vize Beatrix von Storch den Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, als er vor wenigen Monaten die AFD kritisierte. Landesbischof Dröge warf der AfD vor, menschenfeindliche Thesen gesellschaftsfähig zu machen. Deshalb hat der Bischof eine klare Meinung:
[..."Ich finde, Christen haben in der Partei nichts verloren..... Denn statt mit Fakten versetz die AfD öffentliche Debatten mit heftigen Emotionen, die dazu führten, dass die Demokratie von innen heraus gefährdet werde. .....
.....Es gibt in der AfD Stimmen, die sagen, es gehe ihnen um das christliche Abendland. Damit sind wir als Kirchen herausgefordert. Wir müssen uns kritisch mit den Thesen der AfD auseinandersetzen. Wenn die Partei etwa den Begriff "völkisch" wiederbeleben will, ist für mich eine rote Linie überschritten. ...
.....Wenn sich das gesellschaftliche Klima so verändert, dass sachliche Diskussionen beinahe unmöglich werden, dann sollten sich vor allem die Christen in der Partei fragen, ob sie das noch vertreten wollen. Deshalb finde ich, sie haben in der AfD nichts verloren. Diese Partei steht für einen Kulturverlust.
....Als Kirche sind wir aktiv in Bündnissen für Weltoffenheit und Toleranz. Wir machen keine Parteipolitik, aber wollen zur Bundestagswahl all jene zur Wahl motivieren, die die Mitte der Gesellschaft repräsentieren, aber bislang aus Bequemlichkeit oder Desinteresse nicht zur Wahl gegangen sind. Ich bin überzeugt: Die meisten wollen den Hass und die Parolen nicht, die unsere Gesellschaft spalten. Die müssen jetzt aufstehen und sich zeigen. ...]
Sehr geehrter Herr Bischof July, sehr geehrter Herr Dekan Ulmer, sowohl als evangelischer Christ der Württembergischen Landeskirche, sowie Diplom-Theologe, zum anderen als Kreisrat im Landkreis Göppingen, zuständig auch für Uhingen und Kreisvorsitzender der Partei DIE LINKE., erwarte ich, dass Sie sich öffentlich von dieser Position Ihres Landessynodalen und Kirchengemeinderat Volker Münzdistanzieren und klarstellen, dass kirchliche Ehrenämter nicht für Parteipolitik missbraucht werden dürfen.
Ich gehe davon aus, dass Sie Herrn Münz auffordern seine kirchlichen Ehrenämter mit sofortiger Wirkung niederzulegen, oder ihm zumindest klar machen, dass er sich öffentlich für den Missbrauch seiner kirchlichen Ehrenämter entschuldigen muss!
Ich bedaure sehr, Ihnen in diesem Zusammenhang ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr 2017 wünschen zu müssen. Ein anderer Anlass wäre mir hierfür lieber gewesen.
Mit freundlichen Grüßen
Christian Stähle (KrR/StR)
Kreisvorsitzender
Anhang: Leserbrief Volker Münz
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- Leserbrief_AfD_Muenz.pdf
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