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OFFENER BRIEF an Herrn Landrat Wolff

Zum Bericht NWZ/SüdwestPresse von heute über die ALB-Filstal-Kliniken und der damit verbundenen Bitte um Einberufung einer Sondersitzung des Kreistages


OFFENER BRIEF an Herrn Landrat Wolff:

Zum Bericht NWZ/SüdwestPresse von heute über die ALB-Filstal-Kliniken und der damit verbundenen Bitte um Einberufung einer Sondersitzung des Kreistages  


Sehr geehrter Herr Landrat Wolff,  

mit aller größter Verwunderung, ja eigentlich mehr mit Bestürzung habe ich heute Morgen die Berichterstattung der NWZ/SüdWestPresse:
"KLINIKBAU IN EINEM ZUG" zur Kenntnis genommen.  

Sie, geschätzter Herr Landrat, Ihr Verwaltungsstab, haben sich im Oktober und November 2014 alle größte Mühe gegeben, uns, vor allem die vielen neuen Kolleginnen und Kollegen, auf den neusten Stand der Klinik-Neubauentwicklung zu bringen. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle auch nochmals ausdrücklich bedanken. Dies war sehr hilfreich und nützlich.  

Die Ausschüsse des Kreistages, der Kreistag selbst befassten sich ausführlich, in der letzten Legislatur und der Aktuellen, mit dem Bauvorhaben, den Bauabschnitten und Details.  

Als Stadtrat der Stadt Göppingen möchte ich auch betonen, dass der Klinikneubau auch in den zuständigen Ausschüssen der Stadt und im Stadtrat selbst ebenfalls mehrfach Thema war.  

Zudem haben Kreistag und Stadtrat hierzu Entscheidungen, auf Grund von mehrfachen Beratungen, Sitzungen, Fraktionssitzungen, in 2014 getroffen.  

Eine Delegation der Geschäftsführung der Alb-Fils-Kliniken war sowohl mehrfach im Kreistag, als auch im Stadtrat und haben ausführlichst ihre Pläne vorgestellt.
Auf der Gesellschafterversammlung mit uns Kreisräten, im Spätherbst 2014, wurde das Projekt in einer eintägigen Sitzung in der Akademie Bad Boll präsentiert, diskutiert und bewilligt.  

Knapp 3 Monate später muss ich nun als Kreisrat folgende Informationen aus der Presse erfahren:  

[....Im kommenden Jahr sollten die Arbeiten am ersten Bauabschnitt des Krankenhauses beginnen. Ab 2018 würde dann der zweite Bauabschnitt folgen. Dieser Zeitplan, der im vorigen Sommer im Kreistag vorgestellt wurde, ist nun nicht mehr aktuell. Die Alb Fils Kliniken, die Krankenhausgesellschaft des Kreises, möchte die neue Klinik am Eichert jetzt in einem Bauabschnitt errichten. Zudem wird sich der Baukörper verändern, um notfalls die Bettenzahl aufstocken zu können, weil zum Beispiel an einem nicht näher definierten Tag X die Helfenstein Klinik geschlossen werden muss. ....]  

Ich muss zugeben, dass ich in der Politik schon viel erlebt habe. Diese Vorgehensweise der Geschäftsleitung der Alb-Fils-Kliniken ist für mich gelinde gesagt eine Frechheit, eine Zumutung an Kommunikation und Einbindung.  

Ich fühle mich nicht nur meiner ehrenamtlichen Zeit beraubt, sondern auch verschaukelt!  

Auf unserer eintägigen Exkursion des Kreistages, Ende letzten Jahres, wurde uns unter anderem, ganz stolz noch von der Geschäftsleitung der ALB-Fils-Kliniken die Helfensteinklinik und ihre Umbau-Neubaumassnahmen präsentiert.  

Die Klinik am Eichert nun größer zu planen, um damit die Schließung, der für gigantische Summen erst modernisierten, sanierten und erweiterten Helfensteinklinik, einzuplanen, ist ein regelrechter Skandal!  

Es ist ein absolutes NoGo gegenüber den Mitarbeiter_innen und ihren Familien, Schließungsbefürchtungen zu schüren!  

Ein noch viel größeres Unding ist es, nach der Schließung der Geburtsstation in der Helfensteinklink, nun auch noch bauseits in Göppingen, im Zuge des Neubaus der Klinik am Eichert, durch die vorgesehene Bettenaufstockung, die Schließung der Helfenstein Klinik regelrecht vorzubereiten!  

Zuerst stellt der kaufmännisches Geschäftsführer, Wolfgang Schmid fest:  

[..."Man muss vorausdenken: Was ist in 15 Jahren?" fragt Schmid. "Wir wollen flexibel planen und bauen." ...]  

Laut NWZ/SüdwestPresse soll der nun geplante Baukörper auch die Möglichkeit bieten, die Klinik am Eichert um die Kapazitäten der Helfenstein Klinik zu erweitern. Es bestehe aber nicht die Absicht, den Standort Geislingen aufzugeben, hätte Wolfgang Schmid versichert.  

Er dementierte brav:  

[..."Wir planen nicht, den Standort in 20 Jahren zu schließen. Göppingen müsse aber vorbereitet sein, falls dies doch erforderlich wird."...]  

Bezüglich des Dementi des kaufmännisches Geschäftsführers, Wolfgang Schmid fällt mir der bekannte Spruch mit Lebensweisheit und Erfahrung ein:  

"GERÜCHTE WERDEN ERST DANN GEGLAUBT, WENN SIE ÖFFENTLICH DEMENTIERT WERDEN!"  

Eine erhöhte Bettenzahl macht im Zuge der Entwicklung der bundesweiten Kliniklandschaft am Standort Göppingen betriebswirtschaftlich KEINERLEI SINN!
Wer also in der heutigen Zeit mehr Betten bei einem Neubau plant und somit zusätzlich baut, tut dies nur mit einer geplanten Schließung im Hinterkopf.  

DIES WIRD VON MIR ALS KREISRAT UND DER LINKEN KEINESFALLS MITGETRAGEN UND AUF ENERGISCHEN WIDERSTAND STOSSEN! NOTFALLS MUSS EINE SCHLAGKRÄFTIGE BÜRGERINITIATIVE IN GEISLINGEN UND IM KREIS GEGRÜNDET WERDEN!  

Sehr geehrter Herr Landrat Wolff, gerade auch in Ihrer Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender möchte ich Sie höflichst bitten, nicht fünf Wochen zu warten, bis sie den Kreistag über diese gravierenden Änderungen erst am 13. März informieren. 

Ich bitte Sie deshalb höflichst, umgehend eine Sondersitzung des Kreistages einzuberufen.  


Tief betroffen über diese neuere Entwicklung               
             Mit freundlichen Grüßen              
           Christian Stähle (KrR/StR)                    
              DIE LINKE. im Kreistag    


LINK ZUM ARTIKEL:
http://www.swp.de/goeppingen/lokales/landkreis_gp/Klinikbau-in-einem-Zug;art1210078,3032329
 


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