Offener Brief an OB Till wegen Debatte um Müllheizkraftwerk
Sich weder innerparteilich, noch von außen, im eingeschlagenen Weg beirren lassen!
OFFENER BRIEF:
Sich weder innerparteilich, noch von außen, im eingeschlagenen Weg beirren lassen!
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Till,
ich bedauere sehr, dass Ihr und mein Versuch, bezüglich unseres Einsatzes für eine andere Politik der Kreisverwaltung und der Mehrheits-Fraktionen im Kreistag in punkto Müllverbrennung und Rekommunalisierung, von den Gegnern dieser Position so schamlos als Angriffsfläche gegen Sie und mich und Felix Gerber genutzt wird.
Auch wenn das kein wirklicher Trost ist, in allen Parteien gibt es "Rapp-ler und "Raz-ierklingen". Welche Partei hat keine Egomanen. Auch meine ist leider nicht frei davon.
Wichtig ist es, den Spaltpilzen nicht zum Erfolg zu verhelfen und am Ende nach deren Pfeife zu tanzen. Ich zumindest werde nicht über deren Stöckchen springen, dass sie versuchen uns vor die Füße zu halten.
Ich werde mich nicht von dem Weg lösen, den ich in Pessac, mit Ihnen gemeinsam, begonnen habe zu gehen.
Ich schreibe diesen sehr persönlichen Brief deshalb offen, um genau diesen Herrschaften zu zeigen, dass es vollkommen egal ist, ob man ein "C" im Parteinamen hat oder nicht.
Es kommt für mich darauf an, dass das "C" gelebt wird. So wie es beispielsweise Felix Gerber und ich praktizieren. Deshalb braucht es auch nicht eine grundsätzliche gemeinsame politische Einigkeit oder das gleiche Parteibuch als Grundlage einer guten respektvollen Zusammenarbeit.
Menschlicher Respekt und Anstand müssen in die Politik zurück, sonst landen wir alle auf AfD-Niveau. Bedauerlicherweise sind da manche aus den etablierten Parteien, in Umgang und Stil, nicht nur angekommen, nein, sie überholen diese bereits an Niveaulosigkeit.
Wenn ich mich an das Verhalten einiger Kolleg_innen quer durch alle Fraktionen erinnere, die ständig einen "friedfertigeren" Umgang im Stadtrat forderten und jetzt deren Unfähigkeit zur Kenntnis nehmen muss, dass sie mit unserem anderen, neuen, respektvolleren Umgang nicht leben können, schaudert mir vor solch widerwärtiger Verlogenheit.
Angriffe, wie z.B. vor Kurzem bei der Partnerschaftsreise nach Sonneberg durch ein politisches SPD-Urgestein des Rates: "Ich hätte Kreide gefressen"- Aussagen anderer Kolleg_innen: "Sie oder ich würden uns gegenseitig auf dem Schoß sitzen....vom Saulus zu Paulus....Verrat an meinen Wählern etc.’’ registriere ich einfach nur noch als bescheuertes Verhalten.
Dass CDU Politiker_innen soweit gehen, Sie und Felix Gerber mit aussichtslosen Listenplätzen bei der Kommunalwahl zum Kreistag unter Druck zu setzen, weil ja mit Kommunisten nicht zusammengearbeitet wird, ist verabscheuungswürdig. Nun ja, weder Sie noch ich können für die schlechte Schulausbildung dieser Herrschaften etwas: "Es wäre ratsam, zu wissen, was ein Sozialist und ein Kommunist ist, bevor Mann/Frau los "Rapp-elt" oder laut mit den Säbeln in den eigen Reihen "Raz-elt"!
Wie gesagt, ich bleibe natürlich ein Verfechter der Rekommunalisierung des Müllheizkraftwerkes und bei der Ablehnung einer höheren Durchsatzverbrennung. Auch halte ich unbeirrt an meinem Kurs im Umgang mit Ihnen fest und komme Ihnen somit, auch wegen dieser gemeinsamen Position, nochmals ein Stück mehr entgegen:
Veranstalten Sie in Gottes Namen diese Demo!
Wir werden NICHT plakatieren und keine Anzeige schalten!
Mir ging und geht es um die Sache, nicht um Machtkämpfe der CDU mit der LINKEN sowie in deren eigenen Reihen!
Ich bitte Sie, auch mir allerdings wenigstens einen kleinen Schritt entgegen zu kommen und folgende Punkte am Freitag umzusetzen:
- Wir mischen unsere Mottos: Uns stinkts, dann Ihr Motto
- Es begrüßt Dr. Bönsch, dann kommen Sie und die weiteren Bürgermeister, die bereits zugesagt haben (Eschenbach/Gammelshausen), danach spreche ich als Kreisrat (könnten auch Kreisräte, unsere Position, weiterer Fraktionen sprechen)
- Danach die Fraktionen, der Größe nach, im Göppinger Stadtrat. Für die LiPi-Fraktion spricht Kollege Michael Freche von den PIRATEN, zum Schluss Einzelstadtrat Horn.
- Dr. Bönsch beendet und ruft dazu auf nach Filseck zu fahren, um dort davor und während der Kreistagssitzung "Gesicht" zu zeigen.
Damit könnte ich hiermit dann meine Demo abmelden!
Sehr geehrter Herr Till, ich hoffe, Sie können diesen Weg so gehen, denn sonst bin ich mit meinem Latein am Ende. Nicht nur Sie haben ein politisches Gesicht zu verlieren und haben "eigene" Reihen, vor denen Sie Stand halten müssen.
Mit freundlichen Grüßen
Christian Stähle (KrR/StR)
