Offener Brief zu Max Blumenthal und David Sheen, Palästina/Israel - Kobane
Der Friede beginnt im eigenen Haus (Karl Jaspers)
Der Friede beginnt im eigenen Haus (Karl Jaspers)
Offener Brief zu Max Blumenthal und David Sheen, Palästina/Israel - Kobane
Liebe Genoss_innen,
ein teilweise erbärmliches Bild, das da einige MdB`s (von beiden Seiten) sich liefern! Dies gilt auch für einige Genoss_innen beider politischer Richtungen zu diesem Thema in unserer Partei. Ich finde diese innerparteiliche Eskalation unerträglich!
Der Friede beginnt im eigenen Haus
Karl Jaspers
Ich habe es schon "tausendmal" geäußert, ich habe mit 18 ein halbes Jahr im Kibbuz bei Haifa gearbeitet, war unzählige Male in Israel und Palästina in meinem Leben. Es lässt sich keine Lösung von Außen erzwingen und auch nicht mit zu kurz gesprungener Solidarität für eine der beiden militanten Seiten. Das, was alle so "klugen" Leute glauben, dass mit "Heilbringenden Aktionen", die die Mitschuldigen entlasten, um die andere, "gegnerische Seite" als "alleinige" Schuldige festmachen zu können, ist für mich der falsche Weg. Den Bedrängten vor Ort auf beiden Seiten einseitig die "Absolution" zu erteilen, wird weder dem Konflikt dort gerecht, noch hilft er den Opfern der "verbohrten Hardliner" auf beiden Seiten.
DIE LINKE sollte sich davor hüten, zwischen der Pest und Cholera zu wählen....BEIDES IST TÖDLICH!
Unsere Partei konnte in der Vergangenheit stolz darauf sein, sich nicht in die Reihe der "Weltpolizisten mit Waffen" einzureihen. Dies sollte auch weiterhin unser Alleinstellungsmerkmal bleiben. Diesem parteigrundsätzlichen "Friedensdogma" sollten wir uns zum einen uneingeschränkt verpflichtet fühlen und zum anderen dürfen sich ja "Weltpolizisten, Kriegstreiber, Waffenindustrie etc." gerne mit uns solidarisieren und unseren Weg gehen!
WIR ABER DÜRFEN UNS NIEMALS MIT IHNEN SOLIDARISIEREN!
Einseitige Verteufelung, auch auf verbaler Ebene, ist Gewalt!Andersdenkende zu verfolgen, ist Gewalt....dies gilt auch, wenn man Andersdenkende bis zur Toilette verfolgt! Einfach nur schäbig.
Der einzige Vorteil, der nicht mit Waffen geführten Auseinandersetzung gegenüber den Kämpfern mit Waffen ist, die Gegner sind wenigstens nicht tot. Das macht diese unsägliche Form der "waffenfreien" Auseinandersetzung allerdings nicht wirklich gesellschaftsfähiger. Der Nachteil der tötenden militanten Israelis, sowie der tötenden militanten Palästinenser ist, sie können sich bei Ihren Opfern nicht mehr entschuldigen, weil sie nämlich tot sind. Bei Gregor war zwar eine Entschuldigung möglich, das entschuldigt aber für mich nicht diese Vorgehensweise nach dem Kriegs -Auseinandersetzungs - Schema: "Allein der Zweck heiligt die Mittel".
Es gibt keine guten und schlechten Waffen, werte Genoss_innen auf Abwegen!Dies gilt im übrigen auch für Kobane und andere Kriegsschauplätze.
Und diese Kriegsspirale, mit der gegenseitigen Rechtfertigung der vermeintlichen Verteidigung, unterstützen wir auch noch?!
Wo bleibt hier unser bisheriger Konsens des friedlichen Dialogs und der humanitären Unterstützung?
Ich bitte inständig um innerparteiliche Abrüstung und Besinnung auf unsere friedlichen Grundsätze nach Innen, Außen, sowie in der WELT!
DIALOG BEDEUTET KOMPROMISS: WIR LASSEN UNS AUF DIE MEINUNG DES ANDEREN EIN!
Dalai Lama (*1935), (Das Lächeln des Himmels),
eigentlich Tenzin Gyatso, 14. geistiges und politisches Oberhaupt der Tibeter, wurde 1989 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet
Mit sozialistischen, friedfertigen Wünschen und Grüßen
Christian Stähle (KrR/StR)

