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PRESSEERKLÄRUNG: zum Interview mit OB Till zu S21 in der NWZ vom 21.9.2010: Kann sich OB Till unreflektiertes Nachplappern und themenorientierte Inkompetenz erlauben?

Göppingen profitiert von S21 nicht. Es ist weder OB Till noch seinen Vorgängern bis heute gelungen, den ICE zum Halt in Göppingen zu bringen. Wenn S21 kommt, wird die nächsten 15 Jahre keine Investition ins Schienennetz im Kreis Göppingen/Geislingen erfolgen. Es ist eher zu befürchten, dass außer den ICEs auch die ICs über die neue Trasse fahren werden und sich damit die Zukünft für Göppingens Anbindung an Stuttgart eher verdüstert.


Dass Herr Till auch noch eine weitere Startbahn in Stuttgart für erforderlich hält, wundert nicht. Dass mit Stuttgart 21 die GöppingerInnen über die seit Jahren vernachlässigte Strecke nach Ulm "tuckern" müssen verschweigt er! Für eine "schnellere" Verbindung nach Ulm muss man dann nach Stuttgart und weiter über den Stuttgarter Flughafen, um dann mittels der neuen Trasse nach Ulm zu fahren. Danke Herr Till, das ist schon sehr "zukunftsweisend" für Ihre Bürger gedacht! 


Die Mär der enormen Zeitverkürzung von Stuttgart nach Ulm ist leider auch Bestandteil der Argumentation von OB Till. Da seit vielen Jahren die Strecke zwischen Geislingen und Stuttgart nicht den heutigen Anfordereungen angepasst wurde ist Grund dafür, dass der ICE z.B. nur mit niederiger Geschwindigkeit fahren kann. Auch entfällt seit Jahren der Lockwechsel, der zu Planungsbeginn von S21 noch als Zeitproblem galt!


Als OB Till mit seinen Filstalkollegen und mit den Kreisräten und Stadträten im Landratsamt die Machbarkeitsstudien zur S-Bahn vorgelegt bekam, äußerte er sich eher skeptisch und sah bereits in der finanziellen Beteiligung im Verkehrsverbund VVS eine Hürde für die Stradt. Die S- Bahn ist nach Göppingen auch ohne S21 möglich und zwar relativ kurzfristig. Bis OB Till`s erhoffte "Kapazitäten" wirklich frei sind, dauert es noch mindestens 15 Jahre. Will er uns also 15 Jahre auf die S-Bahn warten lassen?


Schön wäre es, wenn OB Till öfters an die Göppinger Kinder denken würde, wenn er sagt: Wir brauchen junge, hochqualifizierte Kräfte in unserem Kreis dringend, nicht zuletzt auch um der demografischen Entwicklung entgegenzuwirken. Deshalb hätte die Verwaltung und der Gemeinderat auch lieber eine Mensa für unsere Kinder an der Hermann Hesse Realschule gebaut, als ein paar Meter Plastersteine in der Pfarrstrasse seit Montag umzudrehen!


Die Umkehrbarkeit von ratifizierten Beschlüssen in Frage zu stellen ist vollkommen abwegig! Wir leben nicht in einer "parlamentarischen Diktatur". Ob in Hessen die vom Parlament beschlossenen Studiengebühren, in Bayern die Rücknahme der Transrapidstrecke, oder jetzt aktuell in Berlin die Novellierung des Atomkonsens - Die Umkehrbarkeit von Beschlüssen ist eine demokratische Handlungsoption der Parlamente!


Ich halte es für notwendig, die Ängste der BürgerInnen ernst zu nehmen und finde es im Gegenzug unverantwortlich, wenn Befürworter wie OB Till Gutachten "verbiegen", Realitäten verdrängen und die Bürger mit Halbwahrheiten abspeisen.


Christian Stähle

Landtagskandidat

Stadtrat Göppingen

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