Rückenwind für Oase am Kornhausplatz
Presseerklärung:
zum Artikel vom Freitag den 6.11.2009 NWZ
Mit "Rückenwind" in die falsche Richtung! -Ausschuss für Technik und Umwelt sowie der Finanzausschuss geben Gestaltungsmöglichkeit aus der Hand!
Da DIE LINKE. nicht in beiden Ausschüssen stimmberechtigt ist, darf sie sich auch in den Sitzungen nicht äußern. Dies ermöglicht ihr auch nicht am Meinungsfindungsprozess vor der beschließenden Ratssitzung teilzunehmen. So politisch "ruhig gestellt" musste ich mit ansehen, wie die richtigen Denkansätze von Baubürgermeister Brinker, der von OB Till und den restlichen anwesenden Verwaltungsfachleuten im Stich gelassen wurde, nur von den Grünen richtig eingeordnet wurden!
Die Haushaltslage lässt eigentlich nicht mal die Sanierung des Schlossplatzes zu!. An die Sanierung des Kornhausplatz ist wohl in der Amtszeit des jetzigen Rates kaum zu denken.
Vom Planungsbüro Gienger und Schnizler wurde viel Grün an den Betonfassaden, Lichtbänder und neue Wasserspiele als Zukunfstperspektive angedacht. Allerdings wurde auch deutlich darauf hingewiesen, dass die Fußgängerbeziehung nach Norden über die Treppe beim Rock-Café und auch in der Queerung für den Platz sehr wichtig sei und aus ihrer Sicht langfristig frei bleiben müsse. Ausdrücklich "keine festen Einbauten" gehörten zum Ratschlag des Planungsbüros hinzu.
Das sah auch Baubürgermeister Olav Brinker so und erkannte deshalb einen Widerspruch zwischen der grundsätzlichen Zukunftsplanung, die von den meisten Fraktionen positiv bewertet wurden und den Plänen der Rockcafe Oase.
Auch sein weitsichtiger politischer Ansatz: ""keine Privatisierung des öffentlichen Raumes" zuzulassen, wurde durch das Planungsbüro bestätigt!
Der Fraktionsvorsitzende Gerber kam geradezu ins Schwärmen als er Göppingen in den Großstädtischen Rang" aufrücken sah! Großstädtische Planungsweitsicht und gestalterischer Einfluss wurde dann dennoch fahrlässig verschenkt!
DIE LINKE. begrüßt ausdrücklich die Privatinitiative. Auch kann ich sowohl menschlich als auch unter dem betriebswirtschaftlichen Aspekt nachvollziehen, dass der von unserer Verwaltung bisher im Sich gelassene Gastwirt Katevas lieber € 200.000 sofort investieren will, bevor er nochmals 5 Jahre auf eine Neugestaltung warten muß! Ein Umsatzverlust, durch die dann weiter sinkende Attraktivität, sind für Ihn im Augenblick wohl bedrohlicher, als das Wissen, womöglich 2015 alles wieder abreißen zu müssen!
Es würde aber auch anders gehen:
Aus Fairness gegenüber den anderen Gastronomiebetrieben wäre es richtig, keine Sonder-regelung entgegen der bisherigen Ausgestaltung von gewerblichen Außenbereichen zuzulassen. Es gibt auch die Möglichkeit der kleinen Schritte! In einer sinnvollen Kooperation zwischen dem Architekturbüro von Herrn Katevas, dem Planungsbüro Gienger und Schnizler, und dem Baudezernat, könnte begonnen werden, den Kornhausplatz in einem ersten Bauabschnitt zu sanieren.
Die von Herrn Katevas nun provisorisch umzugestaltende Fläche macht rund 25% des Gesamtplatzes aus. Dass sich Investoren nach dem Rahmenplan richten müssten und sich der Herr Katevas und sein Architekturbüro noch einmal Gedanken machen sollten, war ein vollkommen richtiger Denkansatz von den Grünen. So könnte bereits ein Viertel des Platzes in einem 1. Schritt "Großstädtisch" gestaltet werden, ohne in 4-5 Jahren 200.000 € hart verdientes Geld eines Bürgers, in den "Müll zu reißen" und dann von vorne anzufangen!
DIE LINKE. wird hierzu einen eigen Antrag in der nächsten Gemeinderatssitzung einbringen.
Christian Stähle
Stadtrat Göppingen
