Stadttauben – Aufklärung und artgerechte Lösungen für ein Zusammenleben von Mensch und Tier.
Presseerklärung zum heutigen Artikel der NWZ "Göppinger Kommunalpolitiker spricht von Taubenplage in der Stadt"
KREISVERBAND
GÖPPINGEN & GEISLINGEN
PRESSEERKLÄRUNG -
zum heutigen Artikel der NWZ "Göppinger Kommunalpolitiker spricht von Taubenplage in der Stadt":
Stadttauben – Aufklärung und artgerechte Lösungen für ein Zusammenleben von Mensch und Tier.
Kreisvorstandsmitglied, Stadtrat Philipp Siemer:
"Stadttauben werden immer noch grundlos verfolgt, vertrieben und ermordet. DIE LINKE. wendet sich gegen grausame Maßnahmen, die nichts bringen. Wir stehen für ein konstruktives Zusammenleben von Mensch und Tier. Einst galten sie als Symbol des Friedens, heute halten viele sie für krankmachende "Ratten der Lüfte".Nicht selten werden die Tiere Opfer brutaler Attacken!"
Unlängst machte ein Vorfall in Tübingen Schlagzeilen, als ein Mann eine Taube regelrecht zusammentrat und das verletzte Tier vor den Augen protestierender Passanten in den Neckar warf, wo es ertrank. „Sadistische Persönlichkeiten sehen sich anscheinend legitimiert zu solchen Taten durch das schlechte Image, das Tauben in unserer Gesellschaft häufig haben“, erklärt dazu Daniel Haag-Wackernagel, Biologe an der Universität Basel. Viele Methoden zur Dezimierung der Anzahl der Tauben in unseren Städten sind nicht nur grausam, sondern geradezu kontraproduktiv. Hier die gängigsten Irrwege:
Fütterungsverbote: Tauben sind Haustiere und auf die Fütterung angewiesen. Durch die von Menschen angezüchtete Bruthäufigkeit vermehren sich die Vögel unabhängig der vorhandenen Futtermenge. Fütterungsverbote haben demnach nur Hunger-leidende, kranke Tiere zur Folge.
Abschuss, Vergiftung, Vergasung: Die brutale Ermordung der Vögel führt nur kurzfristig zu einer Reduktion der Taubenpopulation. Es ist nicht möglich sie komplett auszurotten. Die Überlebenden vermehren sich weiterhin unaufhaltsam und innerhalb kurzer Zeit ist die Population wieder so groß, wie davor. Infolge werden Massentötungen mehrmals wiederholt. Diese Vorgehensweise widerspricht nicht nur dem Tierschutzgesetzt, sondern ist auch noch sehr kostenintensiv. Zudem birgt sie ein Gesundheitsrisiko – ein Risiko, das sie eigentlich ausräumen sollte, wird durch die Maßnahme erst hervorgerufen: Die toten Vögel können nicht alle beseitigt werden und die verwesenden Leichen sind für die Gesundheit der weiteren Stadtbewohner kein zu unterschätzender Risikofaktor. Bei Vergiftungen, etwa mit Blausäure oder Alpha-Chloralose, können auch andere Vogelarten verenden, was mit dem Artenschutzrecht nicht vereinbar ist.
Vergrämungen: Viele dieser Maßnahmen sind uneffektiv: Stellt man etwa künstliche Krähen oder Eulen an bestimmte Stellen, gewöhnen sich die Tauben nach kurzer Zeit daran. Die Vögel mit chemischen Substanzen in die Flucht zu jagen, kann sie sowie andere Tiere und sogar Menschen beeinträchtigen oder gar schädigen und unter Umständen mit dem Tierschutzgesetz kollidieren. Abwehrmaßnahmen an Gebäuden sind extrem kostenspielig und die Tiere können sich an den Konstruktionen schwer verletzen. Ebenso wie bei den anderen Vergrämungsmaßnahmen wird das Problem hierdurch nicht gelöst: Die Tauben sind lediglich gezwungen, sich einen neuen Standort zu suchen. Im Fall von Gebäudeabsicherungen werden Häuser ohne Abwehr besonders stark belagert.
Der 2. Vorsitzende, Kreis- und Stadtrat Christian Stähle, bekennender Tierschützer: "Dabei gibt es Lösungen für ein konstruktives Zusammenleben von Mensch und Tier! Tauben und Menschen in einer friedlichen Koexistenz! Tierrechtsorganisationen verdrängen nicht die aktuellen Problematiken aufgrund der wachsenden Taubenpopulationen in unseren Städten – ebenso wie ihre Ursachen (= Menschenwerk). Sie wissen, dass Lösungen her müssen, und die gibt es schon! (*siehe unten) Ich begrüße ausdrücklich die Haltung meines ehemaligen CDU Ratskollegen Neubrand. Überall in der Bundesrepublik sind die Probleme rund um Stadttauben ähnlich. Dies hat Taubenfreunde bewogen auch gemeinsam etwas gegen diese Probleme zu tun: Bundesweit hat man sich zur IG Stadttauben zusammengeschlossen, um die Probleme anzugehen."
Der Kreisvorsitzende Thomas Edtmaier: "Diese dort praktizierten Lösungen verursachen weitaus weniger Kosten als Massentötungen und Vertreibungen, ganz zu schweigen vom Tierleid. Zudem sind sie dauerhaft von Erfolg. DIE LINKE. fordert die Fraktionen im Göppinger Gemeinderat auf, dafür zu sorgen, dass mehr Menschen Vorurteile gegen Stadttauben durch vernünftige Informationen über diese Mitgeschöpfe ersetzen, denn Vorurteile entstehen durch Informationsmangel. Nicht nur die Bevölkerung soll aufgeklärt werden, sondern auch Kindern - der Zukunft unseres Landes - sollen die Informationen zugänglich sein. Bereits im Kindesalter, also in Kindergärten und Schulen muss Aufklärung geschaffen werden über die sanften Tiere, die Menschen schon über so viele schwere Zeiten hinweg geholfen haben."
Kreis- und Stadtrat Stähle weiter:"DIE LINKE. will keine Falken gegen Tauben oder ähnlichen Unfug gegen Kaugummi, Zigarettenkippen, sowie Becher und Tüten von Fast - Food Ketten/Betrieben, etc. in unserer Stadt! Aufklärung und vernünftige Lösungen können nur die Antwort auf Probleme sein."
Der Kreisvorsitzende Thomas Edtmaier macht weiter deutlich: "DIE LINKE. fordert die Fraktionen im Göppinger Gemeinderat auf, für die Stadt Göppingen die Mitgliedschaft bei der IG Tauben zu stellen."
(Folgende Städte sind dort bereits Mitglied: Berlin, Bonn, Bottrop, Dortmund.Düsseldorf, Erlangen, Frankfurt/M, Hann, Hagen, Hanau, Hamburg, Koblenz, Köln, Lüdenscheid, Moers, Mühlmeim, München, Oberhausen, Pforzheim, Saarbrücken, Siegen, Stuttgart, Velbert, Viersen, Wesel, Witten, Würselen, Würzburg, Wuppertal).
Die Frauenbeauftragte des Vorstandes, Melek Kandilli, hebt die historische Bedeutung der Taube abschließend hervor: "In vielen alten Traditionen wurde die Taube verehrt und hoch geschätzt. Sie war in den frühen Zeiten besonders den weiblichen Gottheiten geweiht und symbolisierte Liebe und Fruchtbarkeit. Daher ist die Taube auch mit der Schöpfungskraft Gottes im Allgeschehen verbunden. Sie zierte ebenfalls die Zepter hoher Würdenträger, um zu zeigen, dass diese von göttlichen Prinzipien durchdrungen waren und auch davon zeugten. Das Symbol – die Taube auf der Schulter eines Menschen – war im Mittelalter sehr verbreitet. So ist die Taube sowohl das Symbol für den Weg als auch für die Vollendung. Sie ist so z.B. im weltlichen Leben ein Symbol für: Frieden, im Christentum ein Symbol für: den Heiligen Geist, im Judentum ein Symbol für: Liebe und im Islam ein Symbol für: Treue."
Zum Abschluß ein hörenswerter LINK:
https://www.youtube.com/watch?v=vEWkJdyXcCA
Göppingen, den 11.4.2015
René Niess
Medienbeauftragter
[* Viele kurz-, mittel- und langfristige Ziele hat die Interessengemeinschaft sich gesteckt, die nach und nach Verbesserungen bringen sollen. Die Bundesarbeitsgruppe Stadttauben (= eine Arbeitsgruppe des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte) hat ein nachhaltiges Konzept entwickelt, dass mit dem Tierschutzgesetz im Einklang ist und bereits in rund 50 deutschen Städten erfolgreich angewandt wird. An bestimmten Stellen wurden betreute Taubenschläge errichtet, wo die Vögel in Ruhe und geschützt brüten und ihr Leben gestalten können. Dort finden auch kontrollierte Fütterungen statt. Dadurch muss kein Tier mehr Hunger leiden oder gar den Standort wechseln. So bleibt die Population gesund und fit. Tiere, die dennoch erkranken, werden entsprechend versorgt. Was das zu schnelle Wachstum der Taubenpopulationen anbelangt, haben sich die Tierrechtler auch etwas einfallen lassen – zwar nicht die „feine englische Art", aber das „kleinere Übel": Die Taubeneier werden gegen Attrappen aus Gips ausgetauscht. Da die Vögel nun nicht mehr weite Wege für die Futtersuche zurücklegen müssen und auch nicht mehr vertrieben werden, halten sie sich die meiste Zeit in der Nähe ihres Taubenschlags auf. Dort landet auch ihr Kot, somit ist das Problem mit der Verunreinigung der Städte ebenfalls behoben. Natürlich muss der Taubenkot regelmäßig entsorgt werden und die jeweiligen Behausungen gesäubert.]
