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Stähle protestiert mit offenem Brief

Artikel & Gastkommentar in der Geislinger Zeitung / SüdwestPresse Samstag, den 7.02.2015

 

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Artikel & Gastkommentar in der Geislinger Zeitung / SüdwestPresse am Samstag, den 7. 02. 2015    

Stähle protestiert mit offenem Brief

Der Göppinger Kreisrat Christian Stähle (Linke) hat Landrat Wolff in einem offenen Brief um die Einberufung einer Sondersitzung des Kreistags gebeten.

Stähle fühlt sich „verschaukelt“, weil der Geschäftsführer der Alb-Fils-Kliniken mit einer veränderten Bauplanung den Bestand der Geislinger Helfenstein Klinik infrage stellt. Die Klinikführung reagierte mit einer Stellungnahme.

Lesen Sie weiter den Gastkommentar von Kreisrat und Stadtrat Christian Stähle:


GAST-KOMMENTAR KLINIKNEUBAU: Ein regelrechter Skandal!

Mit allergrößter Verwunderung, ja eigentlich mehr mit Bestürzung, habe ich den Bericht über den Klinikneubau am Göppinger Eichert zur Kenntnis genommen.

Landrat Edgar Wolff und sein Verwaltungsstab haben sich im Oktober und November größte Mühe gegeben, die Kreisräte auf den neusten Stand der Entwicklung zu bringen. Die Ausschüsse des Kreistages und der Kreistag selbst befassten sich ausführlich mit dem Bauvorhaben und seinen Details.

Im kommenden Jahr sollten die Arbeiten am ersten Bauabschnitt des Göppinger Krankenhauses beginnen. Ab 2018 würde dann der zweite Bauabschnitt folgen. Dieser Zeitplan, der im Kreistag und Stadtrat vorgestellt wurde, ist nun nicht mehr aktuell. Nun wollen die Alb-Fils-Kliniken, die Krankenhausgesellschaft des Kreises, die neue Klinik am Eichert in einem Bauabschnitt errichten. Zudem soll sich der Baukörper verändern, um notfalls die Bettenzahl aufstocken zu können, weil zum Beispiel an einem nicht näher definierten Tag X die Geislinger Helfenstein Klinik womöglich geschlossen werde.

Auf einer eintägigen Exkursion des Kreistages, Ende letzten Jahres, wurde uns unter anderem, ganz stolz noch von der Geschäftsleitung der Alb-Fils-Kliniken, die Helfenstein Klinik und ihre Umbau-Neubaumaßnahmen präsentiert.

Die Klinik am Eichert nun größer zu planen, um damit die Schließung der für gigantische Summen erst modernisierten, sanierten und erweiterten Helfenstein Klinik einzuplanen, ist ein regelrechter Skandal! Es ist ein absolutes Unding gegenüber den Mitarbeitern und ihren Familien, Schließungsbefürchtungen zu schüren! Ein noch viel größeres Unding ist es, nach der Schließung der Geburtsstation in der Helfenstein Klink nun auch noch durch die vorgesehene Bettenaufstockung am Eichert die Schließung der Helfenstein Klinik regelrecht vorzubereiten!

Eine erhöhte Bettenzahl hat im Zuge der Entwicklung der bundesweiten Kliniklandschaft am Standort Göppingen betriebswirtschaftlich keinen Sinn!

Wer also in der heutigen Zeit mehr Betten bei einem Neubau plant und somit zusätzlich baut, tut dies nur mit einer geplanten Schließung im Hinterkopf.

Ich muss zugeben, dass ich in der Politik schon viel erlebt habe. Diese Vorgehensweise der Geschäftsleitung der Alb-Fils-Kliniken ist für mich – gelinde gesagt – eine Frechheit, eine Zumutung an Kommunikation und Einbindung. Ich fühle mich nicht nur meiner ehrenamtlichen Zeit beraubt, sondern auch verschaukelt! Wie sollen die Bürger da noch Vertrauen in die Politik haben?

Dies wird von mir als Kreisrat keinesfalls mitgetragen und stößt auf energischen Widerstand. Notfalls muss eine Bürgerinitiative in Geislingen gegründet werden!


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