Wahlkampf-Tour Klaus Ernst in der Region: Wir reden nicht nur von Bürgernähe, wir praktizieren sie!
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Wahlkampf-Tour Klaus Ernst in der Region: Wir reden nicht nur von Bürgernähe, wir praktizieren sie!
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Stuttgarter Zeitung Andreas Pflüger, 29.08.2013
Klaus Ernst macht Wahlkampf für die Linke: Einen Kaffee und ein offenes Ohr

....Göppingen - Vor dem Kaiserbau, in Sichtweite zur Göppinger Arbeitsagentur, ist eine Kaffeetafel aufgebaut. Es gibt süße Stückle, heißen Kaffee – und Infomaterial der Linken. Die blau-weißen Tischdecken sind Zufall und keinesfalls eine Aufmerksamkeit, weil der prominente Gast aus Bayern kommt und dort bei der Bundestagswahl als Spitzenkandidat seiner Partei antritt.Keine Frage, der Ort ist ungewöhnlich, so ungewöhnlich wie die Form, in der Klaus Ernst und der Göppinger Wahlkreiskandidat Thomas Edtmaier hier auftreten. Die beiden suchen den direkten Kontakt zur Bevölkerung....
...Ztenka Andrasec hat sich von ihrem Sohn „überreden lassen, mir das anzuschauen“. Sie bereut ihr Kommen aber nicht. „Ich hatte ein angenehmes Gespräch und finde es nicht schlecht, mit Politikern mal von Angesicht zu Angesicht zu plaudern“, sagt die Frau, die ebenfalls in der Hohenstaufenstadt lebt. Klaus Ernst sitzt da bereits neben einem Rentner aus Heiningen. Der ist froh, „dass dieser Mann offenbar nicht vergessen hat, von wem er gewählt werden will“. Aufmerksam lauscht der ehemalige Gewerkschaftsfunktionär den Worten des älteren Mannes – und ist in seinem Element. Es geht um soziale Themen, um Mindestlöhne, deren Satz die Linke bei mindestens zehn Euro sieht, um Leiharbeit, um das Überhandnehmen befristeter Beschäftigungsverhältnisse und um unzumutbare Werkverträge.....
...Dass bei der SPD bereits nach der bevorstehenden Wahl ein Sinneswandel erfolgen könnte, glaubt Ernst indes nicht. „Die stecken doch in einer strategischen Sackgasse, aus der es nur einen Weg gibt: die Sozialdemokratisierung der SPD.“ Die Umsitzenden nicken, und der Bayer entschwindet wenig später, zusammen mit Thomas Edtmaier, zum nächsten Bürgergespräch in den Biergaren im Geislinger Stadtpark.
Ulm-Ehingen SüdwestPresse Ulm ANDREAS HACKER |
Klaus Ernst macht für die Linke Wahlkampf in Ehingen
Wer sich von einer Stunde Verspätung nicht hatte abhalten lassen, erlebte in Ehingen einen gut gelaunten Wahlkämpfer Klaus Ernst, der für mehr Lohn und Rente stritt und dabei gern gegen die SPD austeilte.
...Klaus Ernst, im aktuellen Bundestag Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales, brauchte dafür kein Manuskript - mehr als eine Stunde zog er in freier Rede gegen Leiharbeit, befristete Arbeit, das Arbeitslosengeld II und die Rente mit 67 ins Feld. Beflügelt von der an diesem Tag bekanntgewordenen neuen Umfrage, die der Linken für die Bundestagswahl am 22. September 10 Prozent der Stimmen vorhersagt, beschrieb er am Beispiel der Einkommen und Vermögen die Schieflage im Land: "Bei uns haben sich die Interessengruppen durchgesetzt, die die Arbeitgeber bei den Sozialbeiträgen entlasten wollen", sagte der gelernte Elektromechaniker und diplomierte Volkswirt und nannte Zahlen, die dies belegen sollen: Im internationalen Vergleich sind die Staatseinnahmen aus Vermögen in Deutschland nur halb so hoch wie anderswo, dafür liegen die Einnahmen aus Steuern und Abgaben um sieben Prozent höher. Klare Schlussfolgerung für Ernst: Die Reichen würden geschont, bei den abhängig Beschäftigten werde zugegriffen......
Ulm: Gespräch im Presse Haus der SüdwestPresse mit der Gesamtredaktion, von ANDREAS CLASEN |
Wahlkampf gegen die Wohlfühl-Kanzlerin
Klaus Ernst, Mitglied im Spitzenteam der Linkspartei für die Bundestagswahl, zeigt sich offen für eine rot-rot-grüne Kooperation im Bund. Er wehrt sich gegen Vorwürfe, seine Partei sei nicht regierungsfähig.
.....Trotz all der Angebote der Linkspartei an die SPD in jüngster Zeit scheint der Spitzenkandidat der Sozialdemokraten, Peer Steinbrück, ein rotes Tuch zu sein. "Der ist ein Auslaufmodell. Das muss ich ganz ehrlich sagen, der Steinbrück, der interessiert mich schon gar nicht mehr", sagt Klaus Ernst, Mitglied im achtköpfigen Spitzenteam der Linken für die Bundestagswahl, der SÜDWEST PRESSE.
Ansonsten gibt sich Ernst im Gespräch mit unserer Zeitung gelassen. Braungebrannt "von Wahlkampfauftritten auf den Marktplätzen" sitzt der 58-jährige Münchner gut gelaunt da und argumentiert für die Linke. Eine Forsa-Umfrage zur Wahl am 22. September sagt der Partei ein zweistelliges Ergebnis voraus. Vielleicht hat diese Prognose auch mit dem Selbstbewusstsein zu tun, mit dem Linken-Chef Bernd Riexinger seine Partei den Sozialdemokraten und Grünen als Koalitionspartner anbietet und die Option eröffnet, eine rot-grüne Minderheitsregierung zu tolerieren.
Aber - und das fragen sich viele Wähler, die Grünen und die SPD - ist die Linkspartei überhaupt fähig, als regierender oder tolerierender Partner auf Bundesebene zu handeln - etwa weil die Linke Kriegseinsätze der Bundeswehr im Ausland partout ablehnt? Ernst kontert: Im Fall Syriens zum Beispiel sei es ja wohl nur ratsam, zurückhaltend zu sein, schließlich wisse man nicht einmal, wer den Giftgasangriff zu verantworten habe, welche Folgen so ein Einsatz für die ganze Region hätte. Zwei Drittel der Bundesbürger lehnten einen internationalen Militärschlag gegen Syrien ab. "Momentan habe ich eher den Eindruck, dass die anderen nicht koalitionsfähig sind", sagt Ernst. "Und zwar nicht nur aus inhaltlichen Gründen. Die sagen ja nicht, weil die Linken sich an keinem Krieg beteiligen wollen, schließen wir eine Koalition aus, sondern sie tun das prinzipiell.".....
Ganzer Artikel:http://www.swp.de/ulm/nachrichten/politik/Wahlkampf-gegen-die-Wohlfuehl-Kanzlerin;art4306,2178561
