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Wahlserie: Die Linken-Kandidaten bei Facebook

(SüdWestPresse / NWZ 23.02.2016, D. Hülser)

 

PRESSEECHO:


Wahlserie (5/6): Die Linken-Kandidaten bei Facebook

(SüdWestPresse / NWZ 23.02.2016, D. Hülser)

Wahlkampf heißt längst nicht mehr nur plakatieren und ins Wirtshaus einladen: Immer mehr spielt sich im Internet und vor allem auf Facebook ab. Wir haben die Profile der Kandidaten besucht - heute: die Linke.


Der Göppinger Stadt- und Kreisrat Christian Stähle will nun auch für die Linken in den Landtag einziehen. Auf Facebook postet er wenig Nachrichten mit direktem Bezug zu Lokalpolitik, Partei oder Wahlkampf, dafür regelmäßig Zeitungsartikel, Videos oder Bilder. Wenn rechtsextreme Ausländer verprügeln, Neonazis einen Stadtteil in Leipzig verwüsten oder ein bayerischer Landrat Flüchtlinge im Bus vors Kanzleramt bringen lässt, teilt Stähle diese Nachrichten.

Der Kandidat wundert sich auch über den Meinungswandel mancher Politiker. So teilt er zwei Wochen nach den Straftaten durch Flüchtlinge in der Silvesternacht ein Bild, auf dem Namen von Unions-Abgeordneten stehen, die 1997 dagegen waren, dass Vergewaltigung in der Ehe strafbar wird. Darunter sind Namen wie Seehofer und Ramsauer, in dem Post heißt es dazu: "Bemerkenswert ist, wenn CDU/CSU-Politiker plötzlich ihr Herz für Frauenrechte entdecken."

Auch verleiht Stähle seinem Ärger über einen Parteifreund Ausdruck, der Sahra Wagenknecht, die Linken-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, angegriffen hatte. "Ich schäme mich für Dich", schreibt Stähle. Nachdem bekannt wurde, dass Uli Hoeneß vorzeitig aus der Haft entlassen werden soll, teilte Stähle einen Beitrag seines Parteivorsitzenden Bernd Riexinger. Darin heißt es unter anderem: "Es ist ein falsches Signal. Während nach den Vorfällen am Kölner Hauptbahnhof überall die ,volle Härte des Rechtsstaats' eingefordert wurde, gilt diese für Uli Hoeneß offenbar nicht. Es riecht nach einer Extrawurst für den Wurstfabrikanten."

"Menschen vor Profite!", heißt es auf dem Wahlplakat, dass der Linken-Kandidat im Wahlkreis Geislingen, René Niess, gepostet hat. Er möchte mit seiner Partei "als soziales Korrektiv in den Landtag Baden-Württembergs einziehen", schreibt der Salacher, und "aktiv gegen eine Politik der Großparteien" vorgehen, "gegen eine Politik, die seit Jahrzehnten nur die Interessen von Besserverdienenden, Banken und Konzernen vertritt!"

Jedoch gibt es nur zwei öffentlich sichtbare Posts, die sich mit Politik und dem Wahlkampf beschäftigen. Seinem Profil kann der Besucher ansonsten entnehmen, dass der Kandidat passionierter Modellflugpilot ist und gerne Ski fährt.


www.swp.de/goeppingen/lokales/landkreis_gp/Wahlserie-5-6-Die-Linken-Kandidaten-bei-Facebook;art1210078,3696462

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